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Networking: Gehe zu den Zwei im Raum

Ich bin schlecht im Networking...

Zumindest in dieser Art von Networking:

In einen Raum voller fremder Menschen gehen und mit möglichst vielen neuen "Kontakten" wieder herauskommen.

Allein die Vorstellung ist unangenehm.

Dann bekam ich einen einfachen Hinweis:

Wenn du allein in einen Raum kommst, suche nicht nach jemandem, der allein dasteht. Suche zwei Menschen, die miteinander reden.

Das klingt falsch.

Wenn zwei miteinander reden, dann sind sie doch bereits in einem Gespräch.

Warum sollte ich sie unterbrechen?

Genau deshalb.

Zwei sind leichter als einer

Wir haben beim Networking eine scheinbar höfliche Regel im Kopf:

Sprich die Person an, die allein dasteht.

Sie ist allein. Du bist allein.

Problem gelöst.

Nur entsteht damit sofort ein neues Problem:

Jetzt seid ihr zu zweit.

Und damit hängt das Gespräch an euch beiden.

Einer fragt. Der andere antwortet.

Stille wird sofort spürbar.

Und wenn du weitergehen willst, lässt du die andere Person wieder allein stehen.

Also bleibst du länger als du eigentlich möchtest.

Geh zu den zweien

Bei zwei Menschen ist die Situation anders.

Oft sind sie sogar froh, wenn jemand dazukommt.

Vielleicht sind sie zusammen an den Anlass gekommen und wissen, dass sie eigentlich neue Leute kennenlernen sollten.

Oder sie haben sich selbst gerade erst kennengelernt und fragen sich insgeheim, wie lange sie dieses Gespräch noch führen müssen.

Dann bist du keine Störung.

Du bist die Erleichterung.

Und plötzlich seid ihr zu dritt.

Das Gespräch muss nicht mehr von zwei Personen getragen werden.

Eine Person erzählt. Eine zweite fragt nach. Die dritte ergänzt.

Es entsteht Bewegung.

Noch wichtiger:

Du kannst wieder gehen.

Wenn du eine Dreiergruppe verlässt, bleiben zwei Menschen zurück.

Das Gespräch steht noch.

Du musst niemanden allein zurücklassen.

Die falsche Höflichkeit

Die naheliegende Regel lautet:

Geh zu dem, der allein ist.

Die bessere Regel lautet:

Geh zu den zwei, die schon miteinander reden.

Das Interessante daran ist nicht nur, dass es funktioniert.

Sondern warum.

Wir versuchen beim Networking oft, möglichst wenig zu stören.

Vielleicht ist das die falsche Optimierung.

Nicht fragen:

Wo störe ich am wenigsten?

Sondern:

Wo mache ich die Situation für alle einfacher?

Manchmal ist das genau dort, wo bereits zwei stehen.

Mitdenken.

Wenn du solche Gedanken weiterverfolgen willst, lass mir deine E-Mail. Keine Content-Maschine, kein Frequenzversprechen. Ich schreibe, wenn es etwas zu sagen gibt — und frage dich, was sich bei dir gerade verändert.

Double-Opt-in. Jederzeit abmeldbar. Was gespeichert wird.